Die vorvertragliche Anzeigepflicht bei der Antragstellung ist immer ein "heißes" Thema. Mein Kollege Sven Hennig hat dieses, leider wieder einmal, aktuelle Thema genutzt um in seinem Blog etwas näher darauf einzugehen.

Vielen Dank hierfür!

Es ist- verdammt nochmal- anzugeben was der Versicherer fragt, nicht was der Vertreter meint

(Veröffentlicht am 28.09.2016 von Sven Hennig)


Quelle:  http://www.online-pkv.de/pkv-bu-blog/es-ist-verdammt-nochmal-anzugeben-was-der-versicherer-fragt-nicht-was-der-vertreter-meint/

Autor: Sven Hennig

Berufsunfähigkeit – Wann liegt eine solche überhaupt vor? Was sollte der Versicherte beachten? (RA Jöhnke)

Viele Vermittler und Versicherte stellen sich die Frage, wann überhaupt eine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit vorliegt. Dieses gerade vor dem Hintergrund, da Vermittler und Versicherte meist unsicher sind, ob überhaupt ein Leistungsantrag beim Versicherer auf Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente gestellt werden kann.

Für den Vermittler ergeben sich in der Beratung durchaus Situationen, in welchen die Einschätzung der Berufsunfähigkeit beim Versicherten nicht ganz eindeutig ist. Der Beitrag möchte dabei unterstützen.

Eine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person:

• ihren Beruf
• infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls
• im bedingungsgemäßen Ausmaß
• für einen definierten Zeitraum
• nicht mehr ausüben kann
• und diese Voraussetzungen während der Dauer der Versicherung eintreten.

Diese Merkmale bedürfen stets der Auslegung.

Oft kann auch nicht jedes Tatbestandsmerkmal mit Sicherheit vollumfänglich bejaht werden. Vielmehr kommt es auch auf die Gesamtsituation des Versicherten hinsichtlich seines Gesundheitszustandes an, ob nämlich eine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit überhaupt vorliegt.

Prüfungsmaßstab ist dabei weder der erlernte Beruf an sich, noch der im Versicherungsantrag angegebene Beruf. Auch ein zwischenzeitlich aufgegebener Beruf ist nicht unbedingt ausschlaggebend. Allein der zuletzt konkret ausgeübte Beruf zählt als Maßstab (OLG Hamm, Urteil vom 10. November 2010, Az. I-20 U 64/10).

Der Versicherte hat seine Berufstätigkeit nach Art, Umfang und Häufigkeit der regelmäßig anfallenden Arbeiten sowie ihren Anforderungen an die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit konkret zu beschreiben, da dieses zu seiner Vortrags- und Beweislast gehört (OLG Köln, Urteil vom 27.02.2008, Az. 5 U 237/06).

Die reine Angabe eines Berufstyps reicht leider nicht. Genauso wenig ist die reine Angabe (s)einer Arbeitszeit ausreichend. Der Versicherte hat dabei dem Versicherer einen „minutiösen Stundenplan“ vorzulegen, damit der Versicherer sich ein Bild von dem beruflichen Alltag des Versicherten machen kann (OLG Koblenz, Beschluss vom 11.03.2004, Az. 10 U 744/03).

Der Versicherte hat dabei auch darzulegen, welche gesundheitlichen Hindernisse ihn in welcher Weise in der Ausübung seiner Berufstätigkeit ganz konkret beinträchtigen. Es ist also eine Vorher- und Nachher-Betrachtung der beruflichen Situation des Versicherten für die Einschätzung der Berufsunfähigkeit ausschlaggebend.

Zusammengefasst:

Der Versicherte hat die Berufsunfähigkeit vorzutragen und zu beweisen.

Es sind teilweise hohe Anforderungen seitens der Rechtsprechung gestellt, so dass es sich empfiehlt zeitnah einen Spezialisten zu Rate zu ziehen, bevor man einen Antrag auf Zahlungen von Berufsunfähigkeitsrenten beim Versicherer stellt und dieser Antrag durch den Versicherer möglicherweise ablehnt wird.

Versicherer prüfen im Leistungsfall auch, ob eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung vorliegt. Wenn dieses der Fall ist, wird sich der Versicherer von dem Vertrag – meist durch Anfechtung, Rücktritt und / oder Kündigung – lösen wollen um leistungsfrei zu werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte der Vorgang überprüft werden. Möglicherweise ist eine Ablehnung seitens des Versicherers rechtlich nicht vertretbar, so dass der Versicherte Ansprüche verliert, wenn er sie nicht geltend macht.

Um die Hürden für den Versicherungsnehmer/Versicherten nicht zu groß werden zu lassen, sollte aus diesem Grunde bereits frühzeitig ein Versicherungsspezialist konsultiert werden. Hierbei stehe ich als Ansprechpartner gern zur Seite.

Veröffentlicht am 13.08.2015 von Rechtsanwalt Björn Thorben Jöhnke   



Leistungsunterschiede bei den Krankentagegeldversicherungen.

Auf welche Klauseln muss geachtet werden? 

(Veröffentlicht am 06.08.2015 von Alexander Stegmeier)

Im ersten Teil habe ich Ihnen die Berechnungsweise der Deckungslücke bei Krankengeldbezug vermittelt.

Heute erkläre ich auf welche Klauseln bzw. Bedingungstexte bei der Auswahl der „richtigen“ Krankentagegeldversicherung geachtet werden sollte.

   

Teil 1

Teilweise Arbeitsfähigkeit

Arbeitsunfähig im Sinne der Versicherungsbedingungen ist man solange die versicherte Person ihre berufliche Tätigkeit vorübergehend in keiner Weise ausüben kann, sie auch nicht ausübt und keiner anderweitigen Tätigkeit nachgeht.

Das bedeutet, dass bei einer teilweisen Arbeitsfähigkeit (in der Regel Wiedereingliederung in das Erwerbsleben sog. „Hamburger Modell“), die Zahlung von Krankentagegeld endet.

Dies wurde auch vor kurzem erst durch den Bundesgerichtshof bestätigt (BGH, Urteil vom 11.03.2015 – AZ IV ZR 54/14).

Es gibt jedoch einige Versicherer die genau bei der Wiedereingliederung in das Erwerbsleben das versicherte Krankentagegeld weiterzahlen.

       

Fazit: Die richtige Auswahl des für Sie passenden Versicherungsschutzes ist in diesem Fall Ihr finanzieller Vorteil!

 

Hierzu ist jedoch die korrekte Bedarfserfassung und ein ausführliches Beratungsgespräch durch einen Fachmann unumgänglich.

Nur der Blick auf den Preis ist hier der falsche Ansatz! 

Gerne berate ich Sie hierzu ausführlich.

Im zweiten Teil erfahren Sie mehr über das Zusammenwirken von Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit!

Bleiben Sie gespannt.


Ihr 

Alexander Stegmeier

www.alexander-stegmeier.de  



Krankengeld! Reicht mir das?

(Veröffentlicht am 16.07.2015 von Alexander Stegmeier)


Sie sind als Arbeitnehmer bei der gesetzlichen Krankenversicherung versichert?

Dann haben Sie bei länger andauernden Krankheiten (nach Wegfall der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, i.d.R. nach 6 Wochen) Anspruch auf das Krankengeld von der Krankenkasse.

Sind Sie weiterhin dann finanziell abgesichert?

Leider nur bedingt, da sich das Krankengeld um verschiedene Werte verringert.

Das Krankengeld bemisst sich nach dem Brutto- und dem Nettoeinkommen.

Als Maximum werden 70 % vom Brutto- bzw. 90 % vom Nettoeinkommen bezahlt. Abzüglich Ihrer Anteile zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ergibt sich hier schnell eine Lücke von hunderten von Euro.

 

Berechnungsbeispiel:

Bruttoeinkommen 2.600 €

Nettoeinkommen 1.780 €

70 % vom Brutto entsprechen 1.820 €

90 % vom Netto entsprechen 1.602 €

Nun werden vom geringeren Betrag die Beiträge zur Sozialversicherung abgezogen (insgesamt 13,2 %), dies entspricht rund 211 €.

Das Krankengeld beträgt somit 1.390,00 € monatlich                

Die Lücke zum bisherigen Nettoeinkommen beträgt somit rd. 389,00 € monatlich (Nettoeinkommen – Krankengeld)

 

Die Krankenversicherung ist übrigens während des Bezuges von Krankengeld beitragsfrei!

Sie sehen, dass auch das gesetzliche Krankengeld nur eine Grundabsicherung darstellt.

 

Die entstehende Einkommenslücke kann durch eine Krankentagegeldversicherung bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen geschlossen werden. Der monatliche Beitrag ist relativ gering (bei einer/m 30 jährigen Versicherungsnehmer/in zwischen 3,30 € bis ca. 10 €).

Entscheidend für den Beitrag ist die Wahl des Versicherers sowie die gewünschte Höhe des Krankentagegeldes. Jedoch fließt auch noch in die Entscheidung des Beitrages mit ein, ab welchem Tag das Krankentagegeld bezahlt werden soll.

 

Allerdings ist es auch hier empfehlenswert, beim Abschluss einer Krankentagegeldversicherung auf die Empfehlung eines unabhängigen Fachmannes zu hören.

Denn nicht der Preis, sondern letztendlich die Leistung ist entscheidend, damit es im Leistungsfall nicht zu bösen Überraschungen kommt!

Über die wichtigsten Leistungsunterschiede werden wir Sie in den nächsten Tagen separat informieren.

 

Gerne berate ich Sie ausführlich zu dem Thema, errechne Ihre persönliche Deckungslücke, empfehle und vermittle Ihnen auf Wunsch den passenden Versicherer.

 

Ihr Alexander Stegmeier   




 

Berufsunfähigkeit - Wird der Versicherer leistungsfrei wenn der Versicherte sich nicht untersuchen lässt? (Rechtsanwalt Björn Thorben M. Jöhnke)

Um die Frage genauestens beantworten zu können, ist eine Durchsicht des Versicherungsvertrages sowie den damit dem Kunden überlassenen Versicherungsbedingungen unabdingbar. Jedoch sind in jedem Vertag – in dem „Kleingedruckten” also – Mitwirkungspflichten für den Versicherten vorgeschrieben und definiert.

Sie haben eine Berufsunfähigkeits-Versicherung abgeschlossen und der Versicherer will nach Ihrem Leistungsantrag auf Zahlung von Berufsunfähigkeitsrenten nicht leisten, weil Sie sich nicht untersuchen lassen?

Für die Beantragung der Berufsunfähigkeitsrenten gilt: die Berufsunfähigkeit muss ärztlich nachgewiesen werden. Dieses funktioniert denklogisch nur über einen Arzttermin. Für die Berufsunfähigkeit ist der Versicherte nämlich in der Beweislast.

Im Rahmen eines Nachprüfungsverfahrens ist zwar der Versicherer dafür in der Beweislast, dass eine Berufsunfähigkeit nicht mehr vorliegt. Aber auch dieser muss der Versicherer nachkommen können. Aus diesem Grunde wird dieses meist auch in den Verträgen geregelt, nämlich die Rechte und Pflichten der Parteien.

Der Berufsunfähigkeitsversicherer wird von seiner Leistung frei, wenn der Versicherte seiner vertraglichen Obliegenheit, nämlich sich ärztlich nachuntersuchen zu lassen, grob fahrlässig nicht nachkommt. Kann ein Versicherter seinen Untersuchungstermin nicht wahrnehmen, muss er dem Versicherer seine Hinderungsgründe alsbald mitteilen. (OLG Köln, Urteil vom 19.07.2013 – 20 U 26/11)

Folglich ist dem Versicherten unbedingt anzuraten, sich untersuchen zu lassen. Sollte der Versicherte verhindert sein, so sollten dem Versicherer die Gründe dafür unverzüglich mittgeteilt werden, damit der Versicherer nicht von der Leistung frei wird.

Unverzüglich heißt: ohne schuldhaftes Zögern!

Sollten Sie jedoch nicht sicher sein, welche Rechte und Pflichten der Versicherungsvertrag hergibt bzw. fordert, so scheuen Sie sich bitte nicht einen versierten Spezialisten im Versicherungsrecht aufzusuchen. Gerade wenn eine Ablehnung des Leistungsantrags durch den Versicherer „droht”, sollte frühzeitig ein anwaltlicher Rat zu Hilfe gezogen werden.

Denken Sie bitte auch daran: der Versicherer hat auch Pflichten! Nicht nur Sie!

Veröffentlicht am 24.06.2015 von Rechtsanwalt Björn Thorben Jöhnke